Schul- und Gemeindebibliothek Schlossmatte Hellbühlerstrasse 9 6017 Ruswil Tel: 041 495 26 76 info@bibliothek-ruswil.ch
Lesen sie hier die Buchtipps des Monats 2021 Lesen sie hier die Buchtipps des Monats 2020 Lesen sie hier die Buchtipps des Monats 2022 Lesen sie hier die Buchtipps des Monats 2023 Buchtipp des Monats Januar 2025 DER HUND, DER NUR ENGLISCH SPRACH von Linus Reichlin «Wieder mal ein sehr lustiger, verrückter und philosophischer Roman des fabelhaften Schweizer Erzählers.», schreibt ein Rezensionist der NDR Kultur über dieses eigenartige Buch, dessen Cover in schillernden Farben ahnen lässt, dass auch die Sprache, der Linus Reichlin sich bedient, überaus pointiert und witzig daherkommt.  Felix Sell, ein ehemaliger Landschaftsarchitekt, wird mit dem überraschenden Auftauchen eines kleinen Terriers namens Hobo auf eine abenteuerliche Reise geschickt. Dabei passiert er immer wieder die Brücke zwischen Realität und Fiktion. Oder nennen wir es Wahrheit oder Traum? Echte Verschwörungstheorien oder harmloses Hirngespinst? Geht es um Vergangenheitsbewältigung oder ums Schmieden der Zukunft? Unweigerlich schliesst man den etwas einsamen, aber zufriedenen Pensionär Felix ins Herz, der immer mehr Gegner gegen sich zu haben scheint. Felix öffnet sich trotz anfänglicher Kommunikationsproblemen einem Zusammenleben mit Hobo dem Hund, der eben nur Englisch spricht.  Die dreissig Tage dauernde Frist, welches das ungleiche Duo im Tessin abzuwarten hat, bis es endlich nach Florida ausreisen wird, vergeht äusserst rasch. Witzige Szenen wechseln sich derart rasant mit tiefgründigen Gedankengängen ab, sodass das Buch kaum weggelegt werden kann. Wo und wie wird diese Reise bloss enden? «Es gibt nämlich zwei Möglichkeiten eines Endes dieser Geschichte», Zitat Linus Reichlin, « die eine ist ein Happy End, dem man trauen kann, und die andere ist ein Happy End, dem man nicht trauen kann.»  Buchtipp des Monats Februar 2025 VERMISST von Christine Brand Ein packender Auftakt für eine vielversprechende Cold-Case-Reihe  Malou Löwenberg, Kommissarin beim Morddezernat in Bern, ist nicht nur durch ihre Arbeit geprägt, sondern auch durch ihre eigene Lebensgeschichte als Findelkind. Als sie auf Dario trifft, wird sie von seinem Schicksal in den Bann gezogen: Seine Mutter verschwand spurlos an seinem fünften Geburtstag, und trotz aller Widerstände hält er an der Hoffnung fest, dass sie noch lebt. Angetrieben von ihrer eigenen Vergangenheit, beginnt Malou, in diesem und ähnlichen Fällen zu ermitteln. Schon bald wird klar, dass Darios Geschichte kein Einzelfall ist: Immer mehr Vermisstenfälle kommen ans Licht, bei denen Mütter am fünften Geburtstag ihrer Kinder verschwanden – begleitet von mysteriösen Geburtstagskarten, die die Kinder bis heute erhalten. Das Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Es gehört zu diesen Geschichten, die man kaum aus der Hand legen kann. Die Figuren, allen voran Malou, sind hervorragend ausgearbeitet. Mit ihrer Mischung aus Stärke, Unangepasstheit und Verletzlichkeit wächst sie einem sofort ans Herz. Sie ist keine typische Ermittlerin, sondern jemand, der mit Herz und Intuition genauso überzeugt wie mit Verstand. Die Spannung steigt mit jeder Seite, während die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Fällen immer klarer, aber auch rätselhafter werden. Man fiebert mit und möchte unbedingt erfahren, was wirklich hinter dem Verschwinden von Darios Mutter und den anderen Frauen steckt. Überraschende Wendungen sorgen dafür, dass die Handlung bis zum Schluss unvorhersehbar bleibt, und die schlüssige Auflösung hinterlässt ein rundum zufriedenstellendes Gefühl. Dieses Buch ist mehr als nur ein spannender Kriminalroman – es ist der gelungene Start einer neuen Reihe, die das Zeug hat, ein Highlight im Cold-Case-Genre zu werden. Ein Muss für alle Krimi-Fans!  Buchtipp des Monats März 2025 AKIKOS STILLES GLÜCK von Jan-Philipp Sendker Der deutsche Autor Jan- Philipp Sendker, der lange Amerika - und Asienkorrespondent des STERN war, schreibt ein feines Buch, das von der Beziehung zweier ganz unterschiedlichen Menschen erzählt.  Die neunundzwanzigjährige Akiko lebt seit dem Tod ihrer Mutter vor zwei Jahren, alleine. Eines Abends auf dem Heimweg von ihrer Arbeit, begegnet sie zufällig Kento, ihrer ersten Liebe aus Schulzeiten wieder. Kento führt ein zurückgezogenes Leben als ein Hikikomori, der sich nur nachts auf die Strasse traut.  Gleichzeitig entdeckt Akiko im Nachlass ihrer Mutter eine Lebenslüge, die all ihre Gewissheiten in Frage stellt. Sie muss sich eingestehen, dass sie nicht weiss, wer sie wirklich ist. Mit Kentos Hilfe begibt sich die junge Frau auf eine Reise zu ihrer eigenen Geschichte. Ihr Leben nimmt eine unverhoffte Wendung und führt sie zu den Fragen, die sie sich bisher nicht zu stellen wagte: Wie will ich leben? Und habe ich den Mut jemanden zu lieben?   Jan-Philipp Sendker hat ein stilles, feines Buch geschrieben, das zum Nachdenken über das Leben, Beziehungen, Wichtiges und Unwichtiges einlädt. Lassen Sie sich darauf ein……  Buchtipp des Monats April 2025 AUF DER BRÜCKE von A.K. Gent «Stellst du Vernunft über Gefühle, oder Gefühle über Vernunft?», fragt Lily Alex. Mit diesem Zitat aus der Buchmitte lässt sich kurz und knapp zusammenfassen, um was sich dieser fesselnde Roman von A. K. Gent dreht. Die junge Autorin mit Jahrgang 1993 verbrachte ihre Kind- und Jugendzeit in Russland, Deutschland und der Schweiz. Wie die Hauptfigur ihres Buches ist A.K. Gent mehrmals umgezogen, auch sie war Studentin und lebt nun in Hamburg, einem der Schauplätze des Buches.  Es geht drunter und drüber im Leben von Alex, einem jungen, zielstrebigen Mann. Nicht nur mit seinen Gefühlen für Lily, die er bereits in seiner Schulzeit kennenlernt. Er, der als «kleiner Mozart» benannt seine Karriere als Pianist beginnt, kehrt der klassischen Musik plötzlich den Rücken zu, weil er den Verlockungen der Jugend unterliegt. Er macht dabei nicht nur gute Erfahrungen und bekommt zunehmend zu Hause und als Student an der Universität grosse Probleme.  Dank guten Freunden und seiner gradlinigen Art gelingt es ihm dennoch, eine erfolgreiche Musikerkarriere aufzubauen und bleibt sich einer Sache treu: Seiner Liebe zu Lily- obwohl die beiden sich mehr als einmal trennen und wiederfinden. Die völlig unterschiedlichen Lebensstile der beiden jungen Hauptfiguren liest sich in einer erfrischend klaren Sprache. Die junge Autorin wagt sich an ernste Themen des Lebens und regt ihre Leserschaft an, darüber nachzudenken: Beruf, Karriere,  Erfolg, Schicksal, Freundschaft,  Liebe und Sinn des Lebens?  Das Buch lässt sich kaum aus den Händen legen und wartet mit einem genial offenen Ende auf.  Buchtipp des Monats Juli 2025 22 BAHNEN von Caroline Wahl Es kribbelt und rauscht in «22 Bahnen» auf 205 Seiten. Man wird überrascht, die Gemüter erhitzt und abgekühlt, bis man beinahe ertrinkt und wieder mitten im Leben auftaucht- der Debut Roman der jungen Autorin Caroline Wahl bietet viel und gibt Einblick ins wilde Studentenleben, ins Erwachsenwerden, er beschreibt tiefe Freundschaften und bedingungsloser Familienzusammenhalt. Das Buch bekam mehrere Literaturpreise. Das Setting ist eine «langweilige, kleine Stadt» und spielt an vier Hauptorten: Im Schwimmbad, in einer Wohnung der Fröhlich Strasse, in einem «traurigen Haus», im Supermarkt und an der Universität. Caronline Wahl erzählt die Geschichte einer starken jungen Frau, der Studentin Tilda Schmitt. Zwei Monate lang begleiten wir sie und ihre kleine Schwester Ida, wie sie mit dem Alltag an der Seite ihrer alkoholsüchtigen Mutter zurechtkommen. Erzählt wird in moderner, frischer und direkter Sprache. Kurze Dialoge drehbuchartig geschrieben sind ebenso geschickt platziert wie Tildas Erinnerungen an ihre Kindheit und lassen erahnen, wie die drei in ihre missliche Lage gerutscht sind.  Da taucht Viktor auf- ein mysteriöser junger Russe, dessen Familie und Unikollegen eng mit Tildas aktueller Situation und ihrer Vergangenheit verknüpft sind. Ob sich auch eine gemeinsame Zukunft ergibt, soll hier nicht verraten werden. Es gibt allerdings einen Nachfolgeroman, «Windstärke 17», den wir ebenfalls in unserer Bibliothek anbieten. Vielleicht haben auch Sie Lust auf eine weitere stürmische Geschichte.  Buchtipp des Monats Mai 2025 EIN UNGEZÄMTES TIER von Joël Dicker Beim Lesen des Buchs «Ein ungezähmtes Tier» wird nicht nur von einem Panther geschrieben. Der Aufbau der Geschichte erinnert ebenso an eine auf der Lauer liegende Raubkatze, die mal anpirscht, vorprescht, um sich wieder in Deckung zu begeben.  Sophie Braun und ihre Familie scheint auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen. In ihrem grosszügigen Glashaus inmitten eines grossen Grundstücks mit Waldumrandung geniessen sie ihr Familienleben. Sophie sowie ihr Mann Arpad arbeiten als Anwältin und Bankier, die beiden wohlerzogenen Kinder runden das idyllische Familienleben ab.  Ganz im Gegensatz dazu lebt die Familie Liégean in einem Quartier mit Reihenhäusern für die Mittelklasse ein eher unscheinbares Leben. Karine ist Boutique-Verkäuferin, die beiden wilden Jungs werden mehr oder weniger gut von einem Kindermädchen betreut, während Greg als hochrangiger Polizist in der Ermittlungskommission tätig und oft verdeckt unterwegs ist.  Durch den Fussballverein der Kinder lernen sich die beiden Familien kennen. Während Karine gerne so ein Leben führen würde wie die Brauns, ist Greg beim Anblick von der attraktiven, strahlenden Sophie wie besessen. Er will ihr nahe sein, bespannt sie auch vom Wald aus in dem gut einsehbaren Glashaus. Mit Hilfe seiner Möglichkeiten als Polizist verschafft er sich sogar Zugang zu Bildern aus ihrem Schlafzimmer. Wohlweislich, dass er sich damit in Teufels Küche bringt, sollte das je herauskommen. Doch was dann seinen Lauf nimmt, kann selbst er sich nicht ausmalen.  Was ist wahr, was ist Schein? Nicht nur im Leben der glamourösen Familie entstehen Risse. Auch Familie Liégean hat Aufgrund Gregs Verhalten zu kämpfen. Intrigen, Betrug, Lügen, Affären werden aufgedeckt. Schatten der Vergangenheit tauchen wieder auf und verknüpfen sich mit der Gegenwart. Die in einen geplanten Raubüberfall involvierten Personen schleichen umeinander herum wie – Raubkatzen. Die Spannung steigt im Verlauf der Geschichte genau wie bei einem Beutezug eines Raubtiers bis zum entscheidenden Angriff. Der Ausgang der Geschichte – einen Katzensprung anders als gedacht.  Buchtipp des Monats Juni 2025 WAS ICH DIR NICHT SAGE von Anja Nunyola Glover Die junge Autorin Anja Nunyola Glover, Tochter einer Schweizerin und eines Ghanesen, ist in Willisau aufgewachsen. Sie beschreibt in ihrem Buch «Was ich dir nicht sage» von ihren Erfahrungen über Rassismus. Sie spricht den/die Leser*in direkt mit Du an und verleiht ihren Aussagen somit eine grosse Dringlichkeit.  «In deinen Augen bin ich eine Aktivistin. Für mich fühlt es sich eher an, als ob ich resistieren oder schlicht sprechen würde, als ob ich in Integrität mit meinen Werten versuchen würde einfach zu sein. Selbst wenn ich nur meine natürliche Haarfrisur, einen Afro trage, beschreibst und liest du mich als Aktivistin. Wann immer ich strukturellen Rassismus benenne, werde ich als Aktivistin bezeichnet. Aber auch mit meinem Schweigen oder Nicht-Auftreten werde ich zur Aktivistin. Ich habe oft darüber nachgedacht: Aktivismus ist eine Form der Resistenz. Oder vielmehr: Jedes Resistieren wird automatisch als Aktivismus gelesen. Das blosse Ich-Sein und Nicht Akzeptieren der Welt, so wie sie ist, macht mich zur Aktivistin und damit zum Problem, zum Störfaktor. Solange ich von einem Problem spreche, bin ich das Problem, bin ich eine Aktivistin.»  «Was ich dir nicht sage» ist ein Appell unser Denken und Handeln als weisse-Menschen zu überdenken.   «Es muss weissen Menschen gefallen, denn sie entscheiden darüber, ob etwas relevant ist oder nicht. Ob etwas veröffentlicht werden soll. Und ich weiss nun mal, wie sie ticken. Das ist mein Job, ich bin jeden Tag mit ihren Sorgen beschäftigt. Ich weiss, welche Art von Buch sie von mir wollen. Funktionieren würde es, wenn ich schreiben würde, was man mir alles Schlimmes gesagt hat. So wie in den ganzen Dokus. Klassische Betroffenheitsperspektive. Keine Expert*innen-stimmen, kein historischer Kontext, keine Forschung.»  Lassen Sie sich auf diese spannende Auseinandersetzung ein!  Buchtipp des Monats August 2025 BEEREN PFLÜCKEN von Amanda Peters Ein schicksalhafter Moment und das Leben aller Beteiligten wird sich von einer Sekunde auf die andere verändern.  Die Geschichte beginnt im Jahr 1962. Eine indigene Familie vom Stamm der Mi’kmaq reist jährlich aus Nova Scotia nach Maine zur Beerenernte. Sie richten sich für ein paar Monate ein in einem kleinen Bretterhäuschen mit Feuerstelle zum Kochen, ohne fliessend Wasser. Alle, die können, helfen bei der Ernte mit. Je mehr Körbe gefüllt werden, desto grösser ist der Lohn. Die kleine Ruthi ist mit ihren 4 Jahren noch zu klein, um mitzuhelfen. Das ruhige, blasse Mädchen sitzt deshalb häufig auf einem Stein am Feldrand und spielt mit ihrer Sockenpuppe. Doch plötzlich ist sie weg. Trotz stundenlangem Suchen ist sie nicht wieder auffindbar. Ein Unglück, das die ganze Familie mit Trauer, Schuldgefühlen und Wut erfüllt. Eine Wut, die vor allem das Leben des zweitjüngsten der Familie, Joe prägen wird. Durch diese Wut und Schuldgefühle erleidet er einen schweren Unfall, der ihm fast das Leben kostet und ihn zeitlebens Schmerzen beschert. Er verliert immer mehr die Kontrolle über sich, bis er für viele Jahre abtaucht und seine Familie, auch seine Frau und Tochter im Stich lässt.  Alle Familienmitglieder haben zu kämpfen nach Ruthis verschwinden. Die Mutter, der Vater, Schwester Mae und die Brüder Ben und Charly. Dieser stirbt bei einer Prügelei, bei der er sich für einen alten, schwachen Säufer einsetzt. Ein weiterer harter Schicksalsschlag für die Familie. Umso mehr hoffen alle ihr Leben lang auf ein Wiedersehen mit Ruthi. Ob dem schwerkranken Joe dieser Wunsch vor seinem Tod noch erfüllt wird?  Zur selben Zeit wächst in Main ein Mädchen namens Norma auf. Norma wird von der Liebe und Fürsorge Ihrer Eltern fast erdrückt. Aus Sorge darf sie allein kaum ausserhalb der eigenen Grundstücksgrenzen. Auch die Kopfschmerzattacken der Mutter engen Norma ein. Beängstigend kommen Träume hinzu, die Norma regelmässig heimsuchen. Immer öfters spürt Norma, dass es ein Geheimnis gibt zwischen ihr und ihren Eltern. Ihre Tante June und deren Frau Alice helfen Norma über die Jahre, mit der Kontrollsucht und der Verschwiegenheit der Eltern klarzukommen. Doch auch in dieser Familie prägt es alle involvierten Angehörigen, dass es ein unausgesprochenes Geheimnis gibt. Es bestimmt ihr Leben.  Was die beiden Schicksale miteinander gemeinsam haben, ist in einer wunderbaren Art von der Autorin Amanda Peters, auch anhand wahrer Begebenheiten der Mi’qmak geschrieben worden. Sie erzählt von Schmerz, Liebe, Ethnie, Ausgrenzung, Brutalität und die Heilsamkeit der Vergebung.  Buchtipp des Monats September 2025 DIE BLAUE STUNDE von Paula Hawkins Die „blaue Stunde“ – jener magische Moment zwischen Tag und Nacht, wenn das Licht weich wird, die Schatten aus dem Meer steigen und die Grenzen zwischen Realität und Einbildung verschwimmen – bildet die perfekte Bühne für Paula Hawkins’ neuen Thriller. Der Schauplatz: eine fiktive Gezeiteninsel vor der schottischen Küste, abgeschieden, geheimnisumwoben und nur bei Ebbe erreichbar. Dort lebte die rätselhafte Künstlerin Vanessa Chapman, deren Werke nach ihrem Tod Kultstatus erlangt haben. Doch ein Skandal droht die Kunstwelt zu erschüttern: In einer ihrer Skulpturen wird eine menschliche Rippe entdeckt. James Becker, Kurator und Verwalter von Chapmans Nachlass, reist auf die Insel, um Antworten zu finden. Er stößt auf Grace Haswell, Ärztin, Inselbewohnerin und angeblich Vanessas engste Vertraute. Sie lebt im Haus der Künstlerin und bewacht deren Erbe – aber wie viel Wahrheit steckt in ihrer Geschichte? Hawkins nimmt sich Zeit, die Atmosphäre auf Eris Island dicht und unheilvoll aufzubauen. Alte Legenden über die Toten, die hier einst bestattet wurden, verstärken die mystische Stimmung. Zugleich wirft die Vergangenheit dunkle Schatten: Vor zwanzig Jahren verschwand Vanessas glamouröser Ehemann spurlos. Was hat Grace damit zu tun? In Tagebuchauszügen und Rückblenden entfaltet Hawkins ein Geflecht aus Obsession, Rivalität und Verrat. Die Spannung wächst schleichend, getragen von der unheilvollen Atmosphäre der Gezeiteninsel. Die Blaue Stunde ist ein psychologisch dichter Thriller, der mit kunstvoller Erzählstruktur und starker Bildsprache fesselt – bis zur letzten Seite.  Buchtipp des Monats Oktober 2025 DAS FEUER IM BOOTSHAUS von Kristina Ohlsson August Strindberg ist erst seit kurzem in seinem neuen Heimatort Hovenäset. Doch bereits beschäftigt ihn ein weiterer Kriminalfall – und das, obwohl er kein Polizeibeamter ist. August Strindberg ist so glücklich wie noch nie in seinem Leben. Nachdem er sich entschieden hat aus Stockholm weg zu ziehen und er heil aus einem äusserst bizarren Mordfall, der mit seinem neuen Zuhause zu tun hatte, herausgekommen ist, hat er sich ein neues Zuhause und einen gut gehenden Antiquitätenladen aufgebaut. Privat ist er heimlich liiert mit der Kriminalkommissarin Maria Martinsson. Die Liebe zu ihr möchte er mit allen teilen – wäre da nicht der in U-Haft sitzende gewalttätige Ehemann Marias. Doch August kann warten. Auch wenn das ihm noch zum Verhängnis werden könnte.  Mehr Sorgen bereitet August das plötzliche Feuer, das Axel’s und sein unlängst erworbenes Bootshaus zusammen auffrisst. Axel selbst, ein alter Mann Hovenäsets ist zum Zeitpunkt des Brandes und auch darüber hinaus nicht auffindbar. Doch Gunnar, zum Leidwesen der Polizei selbsternannter Bürgerbeschützer und Hobbydetektiv lässt nicht locker, bis Axel gefunden wird. Tot auf der Treppe liegend im eigenen Haus. Schnell ist klar, dass das kein natürlicher Tod gewesen sein kann. Nun beginnt in dem sonst so verschlafenen Küstenort die Suche nach dem Mörder, dem Brandstifter der Bootshäuser und einem alten Geheimnis, das niemand wissen und aufdecken soll. Doch Maria und August geben nicht auf und folgen jedem noch so kleinen Hinweis. Ob alle Geheimnisse gelüftet werden? Kristina Ohlsson setzt die Bewohner von dem kleinen schwedischen Nest Hovenäset so in Szene, dass der Leser nur häppchenweise hinter die Fassade blicken kann. So bleibt es bis zum Schluss spannend, wer nun wie und was getan oder gewusst hat. Der Band 2 der neuen Reihe von Kristina Ohlsson hat mit seinem Sogeffekt Suchtpotential. Wer wissen will, wie August Strindberg nach Hovenäset gekommen ist, liest ab Band 1 Die Tote im Sturm. Weitere Bände sind bereits erschienen. Kristina Ohlsson entführt uns auch weiterhin in die Welt der schwedischen Krimis. Das Buch und Hörbuch «Das Feuer im Bootshaus» ist in der Schul- und Gemeindebibliothek Ruswil ausleihbar, sowie als ebook und audiobook auf Dibizentral mit Ausleihkarte digital erhältlich.  Buchtipp des Monats Dezember 2025 WUT UND LIEBE von Martin Suter In Martin Suters neuestem Roman lodern gleich zwei Brände. Der erste betrifft die Beziehung zwischen dem erfolglosen Künstler Noah Bach und seiner Freundin Camilla, einer attraktiven Buchhalterin – beide Anfang dreißig. Camilla trägt die finanzielle Verantwortung für das Paar, doch die Belastung dieser ungleichen Situation wird für sie zunehmend unerträglich. Dann kommt eine zweite Beziehung ins Spiel: In einer Bar begegnet der frustrierte und geldknappe Noah der 65-jährigen Betty Hasler. Auch sie ist von Liebeskummer gezeichnet – und erfüllt von Hass auf den ehemaligen Geschäftspartner ihres vor drei Jahren verstorbenen Mannes, dem sie dessen Tod zur Last legt. Betty verfügt über Geld und bietet Noah eine Million Franken, wenn er Peter W. Zaugg, diesen verhassten Mann, tötet. Für Noah, der verzweifelt versucht, Camilla zurückzugewinnen, beginnt damit ein gefährliches Spiel – das zweite Feld steht in Flammen.  Martin Suter, der seine Erfahrung mit kriminalistischen Stoffen längst unter Beweis gestellt hat, versteht es meisterhaft, Spannungsmomente zu erzeugen und Konstellationen zu entwerfen, die den Atem stocken lassen. Nach und nach tritt das zentrale Thema des Romans hervor: die tiefe Verzweiflung über verlorene Liebe – und die Frage, wie weit ein Mensch zu gehen bereit ist, um diesen Schmerz zu betäuben.  Doch der Plot bleibt nicht stehen: Mit der Zeit verlagert sich die Geschichte in die Welt der Wohlhabenden und schließlich in den Kunstmarkt – und entfaltet sich zu einem labyrinthischen Geflecht aus Intrigen, Täuschungen und doppelten Böden. Darin zeigt sich Suter einmal mehr als Meister des Spiels mit Schein und Sein, das seine Romane seit jeher auszeichnet.  Buchtipp des Monats November 2025 HEILIGBLUT von Peter Weingartner Der im September erschienene siebte Krimi des Trienger Autors Peter Weingartner verspricht viel Spannung und Sprachwitz.   Im Rathaus in Willisau findet an einem Wochenende im Herbst das erste Willisauer Krimifestival statt. Es richtet sich an AutorInnen, LeserInnen und Interessierte. Der schon bald in Rente gehende Kommissar Anselm Anderhub aus Sursee besucht den Eröffnungsanlass, weil er sich einen unterhaltsamen Abend verspricht. Beim Apéro trifft er auf Melchior Kaufmann, einen Pensionierten ebenfalls aus Sursee; der, auf dem Heimweg von einer Napfwanderung, sich von den Plakaten im Städtli ins Rathaus locken liess. Nun erwarten alle im Bürgersaal den Leiter des Festivals, Heinrich Forrer, Krimiautor aus dem Toggenburg, zu seiner ersten Lesung. Dieser aber erscheint nicht……..   Mit viel Witz und seiner ihm eigenen, typischen Sprache versteht es Peter Weingartner die LeserInnen in seinen Bann zu ziehen. Versuchen Sie es auch!  Lesen sie hier die Buchtipps des Monats 2024  Lesen sie hier die Buchtipps des Monats 2025